Zwischen Erlebnis und Effizienz: Wie bleibt der Modehandel profitabel?
Der stationäre Modehandel steht vor einer entscheidenden Frage: Wie lassen sich die Stärken des Geschäfts vor Ort mit den Möglichkeiten digitaler Technologien verbinden?
Kundinnen und Kunden erwarten heute beides. Sie wünschen sich inspirierende Einkaufserlebnisse, kompetente Beratung und persönliche Begegnungen. Gleichzeitig erwarten sie digitale Services, schnelle Verfügbarkeit und individuell passende Angebote.
Für mittelständische Fashion und Schuhhändler wird diese Verbindung zum Wettbewerbsfaktor. Sie entscheidet zunehmend darüber, wie profitabel ein Standort arbeitet.
Warum der Store nicht ausgedient hat
Die Zukunft des Handels lässt sich nicht mehr auf die Frage „online oder stationär?“ reduzieren. Beide Welten wachsen zusammen. Click & Collect, personalisierte Angebote im Store und digitale Produktinformationen sind erst der Anfang.
Digitale Services schaffen Orientierung und Komfort. Die emotionale Ansprache, persönliche Beratung und Inspiration vor Ort bleiben jedoch wichtige Stärken des stationären Handels.
Das gilt auch für Innenstädte. Ihre Zukunft hängt nicht allein von möglichst vielen Verkaufsflächen ab. Entscheidend ist, ob sie attraktive Orte zum Einkaufen, Erleben und Verweilen bleiben.
Eine Analyse der IHK zu multifunktionalen Innenstädten zeigt, dass stationäre Händler ihre digitale Sichtbarkeit stärken müssen. Physische und digitale Erlebnisse sollten ineinandergreifen. Zugleich kann der stationäre Handel seine Rolle als Frequenzbringer behaupten. Dafür braucht es „exzellente Beratung“, kundenorientierte Services, Ambiente und Atmosphäre. [1]
Was Innenstädte künftig leisten müssen
Erfolgreiche Standorte bieten mehr als Handel. Sie verbinden Geschäfte mit Gastronomie, Kultur, Beratung, Services und Gemeinschaft. Sie schaffen Gründe, in die Innenstadt zu kommen. Digitale Kanäle machen diese Gründe sichtbar und verlängern das Erlebnis über den Store hinaus.
Der Store wird zum Treffpunkt, zur Inspirationsquelle und zum Ausgangspunkt einer längeren Kundenbeziehung. Er ist Beratungsfläche, Showroom und Bühne für Marken.
Events, Kooperationen mit der Gastronomie und lokalen Akteuren sowie Community Formate schaffen zusätzliche Besuchsgründe. Für Modehändler bedeutet das: Die Innenstadt bleibt ein wichtiger Ort. Ihre Funktion verändert sich jedoch.
Auch BTE Präsident Mark Rauschen betont die Bedeutung neuer Ideen. Bei einem Handelsforum sagte er:
„Der Handel hat Zukunft, darum brauchen wir tatkräftige Unternehmerinnen und Unternehmer, die neue Ideen haben.“
Rauschen hob dabei besonders die Bedeutung von Unternehmerpersönlichkeit und Innovationskraft hervor. [2]
Wo Profitabilität verloren geht
Neben dem Erlebnis bleibt eine zentrale wirtschaftliche Aufgabe: Sortiment, Bestand und Nachorder müssen präzise gesteuert werden.
Überbestände binden Kapital. Fehlende Größen kosten Umsatz. Wer zu langsam auf Trends reagiert, schwächt seine Marge. Auch verspätete Nachorders verringern das Umsatzpotenzial.
Frank Ganzasch von hachmeister + partner fasst einen zentralen Zukunftsfaktor in einer Analyse zusammen:
„Die Zukunft liegt in einer datenbasierten Zusammenarbeit aller Marktpartner.“ [3]
Genau hier setzt MobiMedia an. Unter dem Leitgedanken „Order meets Intelligence“ verbindet das Unternehmen intelligentes Ordermanagement, KI basierte Contenterstellung und proaktive Planung in einer auf Fashion, Sport und Schuhe zugeschnittenen Plattform.
Wie Daten bessere Entscheidungen ermöglichen
Die Lösung unterstützt Industrie und Handel dabei, Kollektionen effizienter zu präsentieren, Sortimente fundierter zu planen und Nachorders gezielter auszulösen.
So entsteht eine Verbindung zwischen kreativer Markeninszenierung und datenbasierten Entscheidungen. Händler können schneller auf Nachfrage reagieren und Ressourcen gezielter einsetzen. Für Marken und ihre Vertriebsteams entstehen effizientere Prozesse. Auch die Kommunikation entlang der gesamten Orderstrecke kann konsistenter werden.
Digitale Intelligenz ersetzt dabei nicht die Erfahrung von Einkäuferinnen, Einkäufern und Verkaufsteams. Sie schafft eine bessere Entscheidungsgrundlage und reduziert die Komplexität im Tagesgeschäft.
Welche Konzepte in der Praxis funktionieren
Wie zukunftsorientierte Konzepte konkret aussehen können, zeigt der 10. BTE Kongress „Fashion Emotion 4.0: Zukunftsorientierte Erfolgskonzepte des Modehandels, lokal und digital“ am 3. November 2026 im MediaPark Köln.
Christian Klemp spricht über die Zukunftsstrategie des Modehauses Zinser. Peter Eberle von Engelhorn und Lisa Beck von atelier 522 beschäftigen sich mit der Entwicklung eines neuen „Fashion Universe“ von Engelhorn im Luxemburger GRIDX. Der Ansatz steht beispielhaft für eine Entwicklung, die den Modehandel zunehmend prägt. Erfolgreiche Häuser verkaufen nicht nur Produkte. Sie schaffen ein umfassendes Markenerlebnis. Sortiment, Raumgestaltung, Service, Gastronomie, Events und digitale Kommunikation greifen ineinander.
Auch die Podiumsdiskussion „Mehr Profitabilität im Multilabel Business“ verspricht konkrete Einblicke. Mit dabei sind unter anderem Ingo Hänel von Schuh Beck und Jens Ristedt vom Modehaus Ristedt.
Weitere Programmpunkte beschäftigen sich mit der Zukunft des Modehandels in Innenstädten, der Kunden und Mitarbeiterbegeisterung sowie der Frage, wie sich mit nachhaltiger Mode Geld verdienen lässt.
Wir von MobiMedia sind als Partner vor Ort und zeigen Ihnen unsere neuesten Möglichkeiten. Erleben Sie unser QI Studio live in Aktion.
Der Kongress liefert keine abstrakten Zukunftsszenarien. Er bietet konkrete Impulse für Unternehmen, die ihren Handel lokal verankern und digital weiterentwickeln möchten.
Bereits am Vorabend, dem 2. November, lädt der BTE zu einem begrenzten Get together in einem Kölner Brauhaus ein.
Hier finden Sie mehr Details zum Programm und können sich anmelden.
Quellen
[1] IHK: „Multifunktionale Innenstädte“ (2026)
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/6727760/e5fe4e89b06379f35f9d44b34c6c0731/standpunkte-multifunktionale-innensta-dte-fin-data.pdf
[2] IHK Osnabrück, Emsland, Grafschaft Bentheim: „Die Innenstädte müssen Räume der Lebensfreude bleiben“ (Juni 2026)
https://www.ihk.de/blueprint/servlet/resource/blob/7072610/b4c5233cdfa33e066c59b822ffe81145/juni-2026-ihkmagazin-data.pdf
[3] TextilWirtschaft: „H+P Analyse: Die Zukunft liegt in einer datenbasierten Zusammenarbeit aller Marktpartner“
https://www.textilwirtschaft.de/data-markets/hp-analyse-die-zukunft-liegt-in-einer-datenbasierten-zusammenarbeit-aller-marktpartner-168814
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